Was ist eine Addon-Domain? Mehrere Websites in einem Hosting-Paket
Kurz gesagt: Eine Addon-Domain ist eine zusätzliche, vollständige Domain, die in dem gleichen Hosting-Paket wie deine Hauptdomain läuft – mit eigenem Inhalt, eigenem Verzeichnis und eigener Adresse. Statt für jedes Projekt ein eigenes Hosting zu kaufen, betreibst du mehrere Websites über ein einziges Paket. Das spart Geld, vereinfacht die Verwaltung – und hat ein paar Stolperfallen, die du kennen solltest.
Was eine Addon-Domain genau ist
Stell dir dein Hosting-Paket wie ein Mehrfamilienhaus vor. Die Hauptdomain ist deine eigene Wohnung – sie war bei der Anmeldung dabei und wird auf dem Hosting-Paket selbst angelegt. Eine Addon-Domain ist eine weitere komplette Wohnung im selben Haus, mit eigener Tür (eigene Domain), eigenem Briefkasten (eigener Posteingang), eigenen Möbeln (eigene Dateien) – aber sie nutzt dieselbe Hausverwaltung (denselben Server, dieselbe Datenbank-Maschine, denselben PHP-Prozess).
Technisch funktioniert das über Virtual Hosts: Der Webserver lauscht auf eingehende Anfragen und schaut anhand des angefragten Hostnamens, welches Verzeichnis er ausliefern muss. meinhauptprojekt.de bekommt /var/www/meinhauptprojekt, meinblog.de bekommt /var/www/meinblog. Die Besucher merken davon nichts – sie sehen einfach unterschiedliche Websites.
Addon-Domain vs. Subdomain vs. Geparkte Domain
Diese drei Begriffe werden oft durcheinandergeworfen, sind aber technisch deutlich unterschiedlich:
Subdomain
Eine Subdomain ist kein eigener Domainname, sondern ein Präfix vor deiner Hauptdomain: blog.meine-domain.de oder shop.meine-domain.de. Sie nutzt die DNS-Konfiguration der Hauptdomain. Du brauchst keine zusätzliche Domain zu kaufen, kannst aber in der URL klar abgrenzen, dass es sich um einen separaten Bereich handelt.
Wann sinnvoll: Wenn beide Bereiche zur gleichen Marke gehören – etwa Hauptseite + Blog + Webmail.
Addon-Domain
Eine vollwertige zweite Domain mit eigenem Namen: meinblog.de neben meinhauptprojekt.de. Die Domain musst du separat registrieren (oder eine bereits vorhandene mitbringen). Sie wird vollständig getrennt verwaltet, auch wenn sie technisch im selben Hosting läuft.
Wann sinnvoll: Wenn die Projekte inhaltlich nichts miteinander zu tun haben – etwa Geschäftsseite + privater Blog + Verein.
Geparkte Domain (Parked Domain)
Eine zusätzliche Domain, die auf dieselbe Website wie deine Hauptdomain zeigt. Egal ob jemand meine-domain.de oder meine-domain.com aufruft – beide landen am gleichen Inhalt. Kein eigenes Verzeichnis, kein eigener Inhalt.
Wann sinnvoll: Tippfehler-Domains abfangen, Marken-Schreibweisen schützen, Domain-Endungen aggregieren.
Übersicht im Vergleich
| Typ | Eigene Domain? | Eigener Inhalt? | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Subdomain | Nein (Präfix) | Ja | blog.meine-domain.de |
| Addon-Domain | Ja | Ja | meinblog.de + meinshop.de |
| Parked Domain | Ja | Nein (Spiegel) | Tippfehler-Schutz |
Wann lohnt sich eine Addon-Domain?
Klassische Szenarien aus dem Alltag:
- Du hast mehrere kleine Projekte: Eine Geschäftsseite, ein privater Foto-Blog und die Vereins-Website der lokalen Karatetruppe – alles in einem Paket statt drei separate Verträge.
- Du betreust Kunden-Websites: Als Webagentur kannst du mehrere kleine Kundenseiten in einem Paket bündeln und nur die Domain-Kosten weitergeben.
- Du testest neue Ideen: Eine zweite Domain für einen Prototyp oder Side-Hustle, ohne gleich ein zweites Hosting zu kaufen.
- Du machst eine Redirect-Brücke: Eine alte Domain läuft auf eine Addon-Domain, die per .htaccess komplett auf die neue Hauptdomain weiterleitet (für SEO-Migrationen).
Vorteile
- Kosten: Statt mehrerer Hosting-Verträge zahlst du nur einmal. Die Domain selbst kostet ohnehin nur ein paar Euro im Jahr.
- Verwaltung: Ein Backend, ein FTP-Zugang, eine Rechnung – das spart Zeit.
- Ressourcen-Pooling: Wenn deine Hauptseite gerade wenig los hat, kann die Addon-Site die freien Ressourcen nutzen (CPU, RAM).
- Einheitliche Sicherheit: SSL-Setup, Updates, Backups laufen zentral – du hast nur ein System zu pflegen.
Grenzen und Nachteile – ehrlich
Geteilte Ressourcen
Alle Websites in einem Paket teilen sich CPU, Arbeitsspeicher und Datenbank-Performance. Wenn deine Addon-Site einen Traffic-Peak hat (Newsletter raus, Pressemeldung), kann das auch deine Hauptseite ausbremsen.
Gemeinsame IP-Adresse
Alle Domains teilen sich die IP des Hosting-Pakets. Wenn eine Site auf einer Spam-Blacklist landet (etwa weil ein gehacktes Plugin spammt), trifft das alle Domains auf dieser IP. Bei seriösen Hostern wird das früh erkannt und gelöst – bei Discount-Hostings ist das Risiko größer.
Limit beim Hoster
Jedes Hosting-Paket hat eine maximale Anzahl an Addon-Domains. Schau in die Leistungsbeschreibung deines Pakets – im günstigen Einsteiger-Tarif ist oft nur eine Domain dabei, in den höheren Stufen 5, 10, 25 oder unbegrenzt.
Keine Trennung bei Sicherheits-Vorfällen
Wenn eine deiner Addon-Sites gehackt wird, hat der Angreifer im schlimmsten Fall Zugriff auf Dateien aller Websites im selben Paket. Saubere Trennung gibt es nur mit eigenen Hosting-Paketen – oder mit einer Container-Lösung (Docker / Kubernetes), die für klassische Mehrwert-Hostings aber Overkill ist.
Eine Addon-Domain anlegen – so geht's
Der Ablauf ist bei den meisten Hostern ähnlich. Du brauchst:
- Eine registrierte Domain (entweder bei deinem Hoster oder bei einem externen Registrar).
- Falls die Domain extern ist: die Nameserver deines Hosters, auf die du die Domain umstellen musst (oder einen A-Record auf die Server-IP).
- Zugriff auf das Hosting-Cockpit deines Anbieters.
Im Cockpit gehst du dann typischerweise so vor:
- Im Bereich „Domains“ auf Domain hinzufügen klicken.
- Domainnamen eingeben (
meinblog.de). - Verzeichnis wählen oder bestätigen, in dem die Dateien liegen sollen (
/httpdocs/meinblogoder ähnlich). - Optional: SSL-Zertifikat per Let's-Encrypt automatisch ausstellen lassen.
- Bestätigen – die Domain ist meist innerhalb weniger Minuten erreichbar.
Bei extern registrierten Domains musst du vorher die DNS-Einstellungen anpassen: entweder die Nameserver auf die deines Hosters umstellen, oder einen A-Record für die Domain auf die Server-IP setzen. Plane dafür je nach Anbieter mehrere Stunden bis 24 Stunden für die DNS-Verbreitung ein.
Bei HostingPlus – wie viele Addon-Domains gibt's?
Die Anzahl der erlaubten Addon-Domains hängt vom Paket ab:
- Einsteiger-Pakete: meist nur die Hauptdomain
- Mittlere Pakete: Hauptdomain + ein bis fünf Addon-Domains
- Profi- und Reseller-Pakete: deutlich mehr oder unbegrenzt
Eine konkrete Übersicht je Paket findest du auf der Webhosting-Seite. Wenn du nicht sicher bist, ob dein aktueller Tarif reicht: Das Upgrade ist jederzeit ohne Datenverlust möglich – wir migrieren das Paket im Hintergrund, du behältst die gleichen Zugangsdaten.
Praxis-Tipps für mehrere Domains in einem Paket
Saubere Verzeichnisstruktur
Lege jedem Projekt ein klares, sprechendes Verzeichnis an: /httpdocs/blog, /httpdocs/shop. Vermeide Verschachtelungen, sonst verlierst du den Überblick und Sicherheits-Updates werden zur Sucherei.
Eigene Datenbanken pro Site
Auch wenn du im selben Paket bist: Lege für jede Website eine eigene Datenbank an. Falls eine Site später zu einem eigenen Paket migriert werden muss, ist die Auslagerung viel einfacher. Außerdem reduziert es das Risiko, dass ein Bug in einer Site die Daten einer anderen anfasst.
Backups gezielt planen
Standardmäßig sichert dein Hoster das ganze Paket auf einmal. Das ist okay, aber wenn du eine einzelne Site wiederherstellen willst, ist es umständlich. Mach zusätzlich eigenständige Backups pro Projekt – über das Cockpit oder ein Plugin in der jeweiligen CMS-Installation.
Aktualisiere alles, nicht nur die Hauptdomain
Das ist die häufigste Falle: Hauptseite wird brav gepatcht, die alte Addon-Site mit dem Vereins-Blog von 2018 vergisst man – und genau dort kommt der Angreifer rein. Halte alle CMS-Installationen, Themes und Plugins aktuell. Lieber Inhalte archivieren und die Site stilllegen, als ein verwaistes WordPress 4.x weiterlaufen zu lassen.
Häufige Probleme
„Domain ist nicht erreichbar“ direkt nach Anlegen
DNS-Updates brauchen Zeit – manchmal Minuten, manchmal Stunden. Mit nslookup meinblog.de auf der Kommandozeile kannst du prüfen, ob die Auflösung schon klappt. Falls ja, liegt es nicht am DNS, sondern an der Server-Konfiguration – einmal warten oder den Support fragen.
SSL-Zertifikat schlägt fehl
Let's Encrypt prüft, ob die Domain wirklich auf den Server zeigt. Wenn das DNS noch nicht aktualisiert ist, schlägt die Zertifikats-Ausstellung fehl. Einfach 30 Minuten später nochmal versuchen.
WordPress zeigt die falsche Site
Klassiker beim manuellen Setup: Beide WordPress-Installationen liegen im selben Verzeichnis und haben dieselben URLs in der Datenbank. Achte darauf, dass jedes WordPress sein eigenes Verzeichnis und seine eigene wp-config.php mit eigenen DB-Daten hat.
FAQ
Sind Addon-Domains schlecht für SEO?
Nein, nicht per se. Google bewertet jede Domain einzeln. Solange die Inhalte unterschiedlich sind und es keine Duplicate-Content-Probleme gibt, hat die Tatsache, dass mehrere Domains auf derselben IP liegen, keinen relevanten Einfluss.
Kann ich später eine Addon-Domain in ein eigenes Hosting umziehen?
Ja, problemlos. Du exportierst die Datenbank, kopierst die Dateien per FTP – und richtest sie im neuen Paket ein. Bei HostingPlus helfen wir dir bei der Migration.
Welcher Unterschied bei der E-Mail-Adresse?
Du kannst pro Addon-Domain eigene E-Mail-Postfächer einrichten – also info@meinblog.de getrennt von info@meinhauptprojekt.de. Manche Hoster zählen diese Postfächer auf das Limit deines Hauptpakets.
Was passiert, wenn ich die Hauptdomain kündige?
Das hängt vom Hoster ab. Bei den meisten ist die Hauptdomain fest mit dem Paket verknüpft – wenn du sie kündigst, kündigst du das ganze Paket samt Addon-Domains. Wenn du nur die Domain wechseln willst, bietet das Cockpit dafür meist eine eigene Funktion.
Fazit
Addon-Domains sind ein praktisches Werkzeug, um mehrere Projekte mit einem Hosting zu betreiben. Wer sie sinnvoll einsetzt, spart Geld und Verwaltungsaufwand. Die Stolperfallen sind kein Hexenwerk – wer einmal verstanden hat, dass alle Sites sich Ressourcen, IP und Sicherheits-Konfiguration teilen, kann das auch im Alltag richtig einplanen.
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